"1944 kam ich in die Ausbildung"

Frau Sternberg, Sie haben sich nach der Schulzeit für eine Ausbildung entscheiden, warum?

Meine Ausbildung habe ich als Dentisten-Praktikantin begonnen. Ich hatte eine Schulfreundin, deren Vater Dentist war und mich hatte das immer interessiert. Ich wusste nicht, was auf mich zukam, aber es war das Richtige!

Was waren die Highlights in der Ausbildung?

Damals war natürlich alles noch wesentlich primitiver. Wir haben den Zahnersatz noch im Schleudergussverfahren hergestellt. Dann kamen selbsthärtende Kunststoffe, damit ging die Arbeit dann schneller. Die Patienten waren immer glücklich, wenn Sie einen passenden Zahnersatz bekommen haben.

Wie ging es nach der Ausbildung weiter?

Ich habe als Dentisten-Assistentin gearbeitet, durfte dann Praktikanten anlernen. 1970 habe ich mich selbständig gemacht und mit 52 Jahren die Meisterprüfung abgelegt um ausbilden zu dürfen. Bei uns haben über die Jahrzente dann viele Auszubildende den Beruf des Zahntechnikers erlent, viele haben die Meisterprüfung gemacht, einige davon haben sich dann selber selbständig gemacht.

Und heute?

Unser Betrieb hat heute 2 Standorte in Geseke und in Schwedt an der polnischen Grenze. Wir haben 40 Mitarbeiter. Zahnersatz wird immer gebraucht, deshalb ist der Beruf auch krisensicher. Die Entwicklung ist heute wesentlich schneller. Vieles wird digital verabreitet, z.B gefräst oder sogar gedruckt. Aber um die Maschinen bedienen zu können, muss der Auszubildende die Zusammenhänge kennenlernen. Wir stellen ausschließlich Unikate her und der Kunde ist dann glücklich, wenn alles passt. Es ist also auch eine hohe Verantwortung, aber eine Ausbildung ist ein wichtiges Fundament fürs Leben.

Valeria Sternberg